Fallbeschreibungen

Die 3 Fallbeschreibungen für die Zertifizierungen sollten sich an das internationale SOAP-Format (Subjective|Objective|Assessment|Plan) anlehnen. Auch bei Vorträgen mit Fallbeispielen ist es übersichtlich, wenn diese so gegliedert werden. Nicht jede Falldokumentation muss alle drei Phasen einer CMD-Therapie beinhalten (Initialbehandlung, Funktionstherapie, Ausbehandlung mit Prothetik/KFO), denn die letzte Phase ist nicht in jedem Fall erforderlich.

Doch was genau versteht man eigentlich unter diesem SOAP-Format?

I. Zahnärzte:

1. Subjektives Befinden des Patienten, wegen dem er Hilfe sucht

  • Schmerzen
  • Schmerzhafte Funktionseinschränkungen
  • Nicht schmerzhafte Funktionseinschränkungen
  • Ggf. Parafunktionen
  • Missempfindungen und weitere subjektive Beeinträchtigungen im Befinden.

2. Objektive Befunderhebung

  • Anamnese mit Pathogenese
  • Medizinische Begleitbefunde, chronische Erkrankungen etc.
  • Visuelle Befunde extra- und intraoral
  • Palpationsbefunde
  • Messungen (elektronisch oder analog mit Schieblehre oder Lineal):
    • Maximale Mundöffnung, ggf. Abweichung links/rechts (intermediär oder terminal)
    • Protrusion, ggf. Abweichung links/rechts
    • Lateralbewegungen links/rechts
    • Sonstige Messungen.
  • Falls vorhanden, relevante  Bildgebungen

3. Assessment (Interpretation)

  • Ggf. Erklärung der Bedeutung der Messergebnisse
  • Ggf. Erklärung der Bedeutung der Befunde durch die Bildgebung
  • Erklärung der Bedeutung der visuellen Befunde
  • Erklärung der Bedeutung der Palpationsbefunde
  • Synthese mit der Anamnese, ggf. samt relevanter medizinischer Befunde zu dem vermuteten Krankheitsbild
  • GgF. Tests zur Bestätigung der Vermutung (Reaktion auf TENS, Bisskissen, o.Ä.).

4. Behandlungsplan

  • Behandlungsschritte mit jeweiligen Erfolgen
  • Ggf. Modifikationen im Behandlungsplan, Grund, Erfolg
  • Abschlussbefunde, ggf. -messungen.

Bilddokumentation

Fallbeschreibungen sollten nach Möglichkeit auch von Bildern begleitet sein:

  • Enfacebild des Patienten
  • Profilbild des Patienten
  • Zahn- oder Modellbild im Schlussbiss direkt von vorn
  • Zahn- oder Modellbild im Schlussbiss von links
  • Zahn- oder Modellbild im Schlussbiss von rechts
  • Zahn- oder Modellbild in der finalen myozentrischen Zuordnung von vorn, links und rechts.

II. Zahntechniker:

Zahntechniker beschreiben Fälle, die gemeinsam mit einem myozentrisch arbeitenden Zahnarzt behandelt wurden. Dabei können entfallen:

  1. Details zu den subjektiven Symptomen
  2. Statt der obigen Befunderhebung erfolgt eine Analyse der Studienmodelle
  3. Statt dem obigen Assessment erfolgt die Interpretation der Modellbefunde
  4. Statt dem obigen Behandlungsplan erfolgt die Planung der technischen Durchführung mit den einzelnen Schritten (z. B. Einprobe, Fertigstellung usw.) mit evtl. notwendig gewordenen Modifikationen.
  5. Bilddokumentation ähnlich der obigen zur Demonstration des erreichten funktionellen und ästhetischen Resultats.

III. Osteopathen/Manualtherapeuten:

Osteopathen/Manualtherapeuten beschreiben Fälle, die gemeinsam mit einem myozentrisch arbeitenden Zahnarzt behandelt wurden. Dabei werden die zahnärztlichen Befunde und Interpretationen durch osteopathische/manualtherapeutische ersetzt. Die Bilddokumentation sollte wenigstens ein Enface- und ein Profilbild enthalten, kann jedoch auch Ganzkörperaufnahmen einschließen.

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